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Panama in ist Paul


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Frohe Ostern und Prost!

Ostern:


Wie immer, aller anders....

Ostern heißt hier nicht Ostern sondern Semana Santa. Die Semana Santa hat auch nichts mit Ostereiern zu tun sondern wird hier mit dramatischen Darbietungen der Jesus-Geschichte zelebriert.


Semana Santa ist also wichtiger als Weihnachten oder sonst ein Feiertag. Der Karfreitag ist frei, das bedeutet, verlängertes Wochenende. Außerdem auch landesweites Alkoholverbot. Naja, hat alles eine gute und eine schlechte Seite.


Mein Chef meinte, dass die Semana Santa immer langweilig ist. Na ganz große Klasse, wenn man schon weiß, dass das Wochenende zum scheitern verurteilt ist.

Das diese drei Tage aber alles andere als langweilig waren, schildert meine Geschichte.


Am Donnerstag fing es recht harmlos an. Mein Gastvater und ich sind gegen 21 Uhr zu dem Fußballspatz gegangen, wo ich immer Fußball spiele und wo in dieser und der darauf folgenden Nacht el acto stattfinden sollte. El acto ist die Jesus-Geschichte en vivo, also eine live Darstellung.


Wir haben uns beim Chino vier Bierchen gegönnt und haben dann im Park auf das Wochenende angestoßen, an dieser Stelle muss ich, da es für den Verlauf der Geschichte doch sehr wichtig ist, drauf hin weisen, dass in der Öffentlichkeit ein absolutes Alkoholverbot herrscht. Wie dem auch sei, beim zweiten Bier angekommen, steht auf einmal ein Mann mit Taschenlampe vor uns, es war natürlich keine gewöhnlicher Mann, sondern ein Bulle.

Da hat der uns doch glatt auf frischer Tat ertappt. Ich dachte nur „na schöne Scheiße, das wird ein teures Bier“ (offizielle Strafe 50 $ pro Person). Mein Vater hat auf den Polizisten ein geredet und gefragt, ob es nicht noch eine andere Möglichkeit gäbe, diesen kleinen Vorfall schnell zu vergessen? Leider sind wir an die einzigen beiden Polizisten in Panama geraten, die nicht korrupt waren. Nun dann, nach langem hin und her, wurden wir vor den Augen aller anderer mit Handschellen abgeführt und sind zur Wache gefahren.

Dort angekommen saßen schon ein paar andere Schwerverbrecher mit Handschellen an einer Eisenstange fest gekettet und als ich rein kam, haben sich mich alle angeglotzt, als wenn ich ein Heiliger wäre und ein leises „Gringo“ ging durch die Reihe.


Das Glück ist mit den Dummen, wir mussten nur eine Anwesenheitsliste unterschreiben und wurde ohne weitere Konsequenzen wieder „frei“ gelassen. Mein Vater hatte in seinen 51 Jahren noch nie Stress mit der Polizei und ich ja auch nicht, deswegen haben sie uns wahrscheinlich so davon kommen lassen. Da sind auch zwei freche Buben nach uns rein gekommen, mit geschwollener Brust, und der Hauptkommissar meinte nur “ahhh, de nuevo“ (schon wieder ihr). Die haben da anscheinend Stammgäste.


Meine Mutter hatte uns abgeholt und war super sauer auf meinen Vater, sie meinte, dass sie wegen mir zur Polizei gekommen ist und nicht wegen ihm, wenn es nach ihr ginge, hatte er dort versauern können, so sauer war sie...


Zusammenfassend, Ostern ging noch nicht mal richtig los und ich wurde schon mit meinem Gastvater zusammen fest genommen, wegen Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit.

Stolz bin ich darauf nicht, aber aus allem lernt man.


Kinder, Alkohol ist böse, macht nette Menschen manchmal zu noch netteren Menschen, kann aber auch viel schlechtes herbei rufen und außerdem sehr teuer werden, soviel dazu.




Am Freitag kam eine Freundin von meiner Mutter zu Besuch. Sie ist Ärztin und erlitt einen Hirnschaden, im Klein-Hirn, wenn ich das richtig verstanden habe. Die Folge ist, dass sie nicht mehr sprechen kann. Das ist echt traurig, da sie echt nett ist und sich für viele kranke Menschen, hauptsächlich Kinder, einsetzt und nun erst mal arbeitsunfähig ist.

Sie versteht alles, kann sich aber verbal nicht bemerkbar machen, wir haben mit ihr gespielt und gekocht. Mein Vater hat 2 Kg Mais gekocht, den habe ich dann durch einen Fleischwolf gepresst und dann kommt da so eine Masse bei raus, aus der wir dann Tortilla und Bollo gemacht haben.


Eine Tortilla ist Mais angebraten und Bollo ist, wenn man die Masse in ein Bananenblatt einwickelt und dann kocht, beides lieben die Panameños. Den ganzen Tag gab es dann Mais als Getränk und zu Essen. Abends war dann das Spektakel. Die Darbietung zieht sich leider ewig hin, da wirklich alles dargestellt wird. Als Beispiel, Jesus wäscht den 12 Jüngern vor dem Abendmahl die Füße und in Panama wäscht er dann 12 verschiedene Paar Füße und alle gucken gespannt zu. Auch der Umzug mit dem Kreuz auf dem Rücken wurde in einem 10 Minütigen Trauerspiel dargestellt. Zwischendurch ist auf der Wiese ein Stand umgekippt und das heiße Fett hat einer Frau das Gesicht verbrannt, da war die ganze Atención für ein paar Minuten mal nicht beim Schauspiel, sondern beim wirklichen Leben. Echt traurig, aber Sicherheitsvorkehrungen gab es nicht und dann konnte der Stand halt an einem gefährlichen Ort aufgestellt werden, ich gehe davon aus, dass es in Deutschland nicht passiert wäre.


Samstag hatte mein Tio Ricado Geburtstag und zum Anlass seines 47. hat er ein Schwein geschlachtet. Die Feier war auf einer Finca in auf dem Land. (ca. 2,5 h entfernt). Es gab richtig schön gegrilltes Schweinefleisch und literweise Bier. Das nennt sich dann Kultur, Essen, Saufen und Domino spielen.


Das Frühstück war auch deftig, gegrilltes Fleisch und dann noch mal in Schweinefett gebraten, dazu una cerveza bien fria. Ungesünder geht es gar nicht. Ich habe von anderen FSJler gehört, dass sie sich in den letzten acht Monaten so gesund ernährt haben wie noch nie, das konnte ich dieses Wochenende nicht von mir behaupten.


Eine Sache hätte ich fast vergessen, auf dem Hinweg mussten wir ja unbedingt den Chiwawa mit nehmen. Ich dachte mir nur, bitte Hund pisse oder kack in das dekadent- saubere Auto, damit du das nächste Mal zu hause bleibst. Der Hund hatte eine andere Idee, die mir auch ganz gut gefiel. Er hat nach ca. einer Stunde meine Schwester in den Schoß gekotzt und dann auch noch seine Kotze gefressen, meine Schwester hat darauf hin einen Brechreiz bekommen, ich bin schnell aus gestiegen, damit sie raus konnte und dann hat sie auch gleich in den Graben gebrochen. Schadenfreude ist die schönste Freude, aber in diesem Moment musste ich mir das Lachen echt verkneifen. Das Ganze war schon ein bissl ridiculo.


Soweit, das Neuste, langweilig war es also nicht...

Am 1. Mai geht es für mich für eine Woche nach Costa Rica!

Acht Monate sind nun rum und ich genieße die Zeit, freue mich insgeheim aber auch schon auf den Rückflug.


Ich bin echt müde, da der Rückweg ca. 9 Stunden gedauert hat, da viele aus dem Kurz-Urlaub wieder gekommen sind. Außerdem musste ich dann noch abends um 9 Uhr das Auto putzen...

Ach, das Leben ist herrlich!


Frohe Ostern und so...



25.4.11 06:39
 



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